Abgeltungssteuer

 


Abgeltungssteuer Höhe

Abgeltungssteuersatz 2020 beträgt 25 %, hinzugerechnet werden 5,5 % Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls 8 % oder 9 % Kirchensteuer.

Abgeltungssteuer Freibetrag

Steuerfreibetrag im Jahr 2020 beträgt 801 EURO für Alleinstehende und 1.602 EURO für Verheiratete. Bis zu diesen Beträgen sind die Kapitalerträge steuerfrei.


Steuerliche Behandlung der Gewinne bei Devisenhandel

Gewinne aus der Spekulation am Währungsmarkt oder auch generell Gewinne aus dem Handel mit sonstigen Derivaten, werden in Deutschland durch die so genannte Abgeltungssteuer abgedeckt. Diese existiert seit 2009 und löst die (im eigentlichen Sinne niemals existente) Spekulationssteuer ab. Mit der Zahlung bzw. Einbehaltung der Abgeltungssteuer gelten die Kapitaleinkünfte als „abgegolten“ und tauchen demnach nicht mehr in der Steuererklärung auf. Mit dieser Steuer werden alle Gewinne aus dem Devisenhandel pauschal mit 25 % versteuert – unabhängig des ansonsten gültigen persönlichen Einkommenssteuersatzes. Dazu entfallen noch 5,5, % Solidaritätszuschlag und je nach dem noch 8% oder 9 % Kirchensteuer.

Falls Sie die Abgeltungssteuer nicht schon automatisch von Ihrem Broker berechnet bekommen sondern Sie, wie wohl die meisten Trader hier, dazu im nächsten Jahr eine Steuererklärung abgeben müssen, haben Sie die Wahl:

Sie können Ihre Einkünfte nämlich auch komplett über die Einkommenssteuer abrechnen. Dies macht für alle Trader Sinn, deren Einkommenssteuersatz unter 25 % liegt. Für alle anderen wäre eine solche Abrechnung aber kontraproduktiv, da Sie so nur die Steuerlast erhöhen würden. Im Zweifelsfalle und bei konkreten Fragen hilft Ihnen sicherlich gerne der Steuerberater Ihres Vertrauens weiter.

Die „Devisenhandels Steuer“ praktisch

Falls Sie einen Broker mit Sitz in Deutschland verwenden, ist dieser dazu verpflichtet, die Steuer sofort an das Finanzamt abzuführen. Also sobald Sie eine Position glatt stellen wird der entsprechend Steuerbetrag abgezogen. Das macht natürlich die Steuererklärung schon einfacher und es müssen keine Beträge für etwaige Gewinne nachbezahlt werden. Allerdings steht Ihnen durch den stetigen Abgang von Kapital im laufenden Jahr auch weniger Kapital für das Trading zur Verfügung, was am Ende des Jahres für ein anderes Ergebnis sorgen kann.

Zum Berechnen der Steuer beachten Sie bitte, dass der Solidaritätszuschlag nicht auf den Gesamtbetrag sondern nur auf die zu zahlende Steuer zu entrichten ist. Das heißt, wenn Sie sich die steuerliche Belastung ausrechnen wollen und bei Ihnen keine Kirchensteuer fällig ist, dann können Sie auch einfach mit 26,375 % für Abgeltungssteuer und Solidaritätszuschlag rechnen. Falls 8 % Kirchensteuer zu zahlen ist können Sie mit einer Steuerlast von 27,8456 % und bei 9 % mit 27,8456 % kalkulieren.


Abgeltungssteuer Gesetz

Eine Abgeltungsteuer im weiteren Sinne ist eine Quellensteuer, durch die der Steuerabzug bei der auszahlenden Stelle abgegolten ist und daher eine gesonderte Veranlagung des Leistungsempfängers mit Anwendung des individuellen Steuersatzes überflüssig macht. Die bekannteste Form sind bestimmte Anwendungen der Kapitalertragsteuer, welche auch, soweit eine Abgeltungswirkung eintritt, teilweise synonym als Abgeltungsteuer bezeichnet wird. Auch bestimmte Erhebungsformen für beschränkt Steuerpflichtige (z. B. bei inländischen Einkünften von ausländischen Künstlern, Sportlern oder Aufsichtsräten) sind als Abgeltungsteuern ausgestaltet. Weniger gebräuchlich, wenn auch korrekt, ist die Bezeichnung der Lohnsteuer als Abgeltungsteuer, wenn eine Veranlagung (durch die Abgabe einer Jahressteuererklärung) nicht vonnöten ist.

Abgeltungsteuer in Österreich

Wikipedia


Abgeltungssteuer

Abgeltungssteuer Abschaffen

Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) prüft die vollständige Abschaffung der Abgeltungssteuer. Er geht weit über die Vereinbarungen des Koalitionsvertrags hinaus. Scholz lässt von seinen Beamten untersuchen, ob der derzeit geltende Steuersatz von 25 Prozent für alle Kapitalerträge eliminiert werden kann. Dann müssten nicht nur, wie im Koalitionsvertrag vereinbart, die Zinserträge mit dem in der Regel höheren persönlichen Steuersatz angesetzt werden, sondern auch Dividenden und andere Ausschüttungen.

Scholz und seine Beamten befürchten, dass die isolierte Abschaffung der Pauschalsteuer nur eine neue Welle von Steuersparmodellen für Zinsen auslösen wird. Aber auch die vollständige Abschaffung birgt Risiken, warnen Experten des Finanzministeriums. Bei der Körperschaft- und Gewerbesteuer hat die pauschale Quellensteuer bisher dafür gesorgt, dass die Belastung der Ausschüttungen für Aktiengesellschaften und GmbH in etwa so hoch ist wie für Personengesellschaften, die der Einkommensteuer unterliegen. Wenn die Pauschalsteuer nicht mehr bestehen würde, müssten die Anteilseigner von Kapitalgesellschaften mehr an die Steuerbehörden liefern als diejenigen von Personengesellschaften.

Die Höhe der Belastung würde sich auf die Art des Unternehmens auswirken, das die Eigentümer für ihr Unternehmen auswählen. Die Rechtsformneutralität der Besteuerung wäre nicht mehr gewährleistet.

Scholz könnte das Ungleichgewicht korrigieren, indem er die Körperschaft- oder Gewerbesteuer senkt – was in seiner Partei schwer durchzusetzen wäre. Voraussetzung für die Abschaffung der Abgeltungssteuer ist, dass die deutschen Steuerbehörden im Rahmen des internationalen Informationsaustauschs über die Zinserträge inländischer Anleger im Ausland Bescheid wissen. 2020 soll es soweit sein.